Japan Budgetguide – Ein Monat für weniger als 1000€

Wer schon einmal in Japan unterwegs war, weiß: das Reisen in Japan ist alles andere als günstig. Wer z.B. mit einer gebuchten Gruppenreise unterwegs ist, zahlt gut und gerne schon mal knapp 2000€ Euro für zwei Wochen. Schon häufig habe ich von reisenden Freunden und Bekannten gehört so etwas wie “Japan ist meiner absoluter Traum, aber ich kann es mir einfach nicht leisten“. Aber wenn man ein paar Dinge während seiner Reise beachtet, ist es gar nicht wirklich so viel teurer als das Reisen in einigen Europäischen Ländern. Deswegen haben wir dir einfach mal alle unsere Ausgaben zusammengefasst. (Ja, wir haben genau Buch geführt!) Wir haben während unserer Reise auf wirklich nichts verzichtet. Wir waren mit einigen unserer Gastgeber in Restaurants zum Essen, waren öfter mal Abends ein Bier trinken und wir haben alle möglichen Sightseeing-Attraktionen bewundert. Wir waren sogar auf dem Tokyo Sky Tree für knapp 20€ pro Person. (Im Endeffekt hat es sich nicht wirklich gelohnt, aber das ist eine andere Sache haha. Finde alle Infos zum Tokyo Sky Tree und allen anderen Sightseeing Spots in Tokio hier)

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Gesamtausgaben Japan (27 Tage)

Total: 995,22 € pro Person

Anmerkung der Autorin: Alle aufgeführten Ausgaben wurden selbstverständlich in der Landeswährung (Yen) getätigt. Die Preise werden lediglich zum besseren Verständnis in Euro aufgeführt. Eventuelle Unstimmigkeiten kommen durch Rundungen zu Stande. Stand des Wechselkurses: Mai/Juni 2017.

Alle Preisangaben sind pro Person.

Transport: 415,45€

Frühstück: 23,43€ Mittagessen: 100,25€ Abendessen: 112,87€ Wasser: 7,25€ Eintritt & Aktivitäten: 74,99€ Unterschiedliches: 60,06€

Unterkunft: 201,72€

Durchschnittsausgaben in Japan pro Tag (27 Tage)

Transport: 15,38€

Frühstück: 0,87€ (ca. 1,80€ pro Frühstück)

Mittagessen: 3,71€ (ca. 3,85€ pro Mittagessen)

Abendessen: 4,18€ (ca. 5,94€ pro Abendessen)

Wasser: 0,27€ (ca. 0,80€ für 0,5 Liter)

Eintritt & Aktivitäten: 2,78€

Unterschiedliches: 2,22€

Unterkunft: 7,47€ (Pro Übernachtung durchschnittlich 33,62€)

Tägliche Durchschnittsausgaben pro Stadt

Tokio: ca. 28,23€ pro Tag (Couchsurfing)

Magome: 68,70€ pro Tag

Matsumoto: ca. 18,27€ pro Tag (Couchsurfing)

Takayama: ca. 35,40€ pro Tag (Per Anhalter)

Shirakawago & Kanazawa: ca. 37,15€ pro Tag (Couchsurfing)

Kyoto: ca. 33,49€ am Tag (Couchsurfing & per Anhalter)

Nara, Osaka & Koyasan: ca. 36,38€ pro Tag (Osaka Unterkunft bei Freunden)

Hiroshima: ca. 30,99€ pro Tag (Couchsurfing)

Takamatsu: ca. 40,42€ pro Tag (hohe Transportkosten von und nach Takamatsu) (Couchsurfing)

Kazurabashi: ca. 41,55€ am Tag (Ausflug per Anhalter)

Wie spart man Geld auf seiner Japanreise? – Dein Japan Budget

miyajima-vicki-viaja Uff. Das waren eine Menge Zahlen. Jetzt möchtest du sicherlich auch wissen, wie wir es geschafft haben, so wenig Geld auszugeben. Hier findest du eine kleine Zusammenfassung.

Transport

Die Transportkosten machten ca. 42% unserer Kosten in Japan aus. Eine ganze Menge, oder? Es kann sehr schwierig sein, seine Transportkosten möglichst gering zu halten, da diese in Japan einfach unglaublich teuer sind. Hier ein paar Tipps, wie du trotzdem ein paar Transportkosten sparen kannst.

JR Pass

Die meisten Reisenden in Japan wählen den JR Pass, um in Japan von A nach B zu kommen. Mit diesem kann man für die gewählten Tage alle Transportmittel von JR kostenfrei nutzen. Hierbei sollte man sich aber vorher informieren, welche Strecken von JR abgedeckt werden. Besonders in Tokio werden viele Strecken von anderen Unternehmen abgedeckt und müssen demnach zusätzlich gezahlt werden. (Hier bietet sich eine Suiza-Card an, mit der man alle Bahn-Unternehmen bezahlen kann. Einfach Geld am Automaten in jeder Metrostation aufladen und los geht’s. So spart man eine Menge Zeit, da man nicht jedes Mal ein neues Ticket kaufen muss. Die Suizacard erhältst du in der Tokio Station. Mehr dazu erfährst du hier.) Für uns lohnte sich der JR-Pass ganz und gar nicht, da man mit Bus meist viel günstiger unterwegs war.

Weitere Informationen zum JR Pass auf Deutsch findest du auf dieser Website.

Bus

Die Busse in Japan sind häufig die günstigere Alternative zu den teuren Bahnfahrten. Viele Routen werden von Bussen abgedeckt und die Busse weisen meist sehr gute Qualität auf. Fast alle Busse haben eine Toilette an Board und es werden ca. Alle 2 Stunden Stops an Raststätten getätigt.

Willer Bus Pass

Neben dem JR Pass für Züge haben Ausländer auch die Möglichkeit sich vor ihrer Ankunft einen Willer Bus Pass zu kaufen. Das Prinzip ist ähnlich. Man kann eine bestimmte Anzahl von Tagen wählen, an denen man die Willer Busse nutzen kann. Hier werden die Tage anhand der Fahrten berechnet. D.h. die Tage müssen nicht zusammenhängend sein. Obwohl wir uns zuerst für den Willer Bus Pass entschieden hatten, stornierten wir diesen vor Ort wieder, da wir eine geplante Tagestour aufgrund des schlechten Wetters absagen mussten und herausfanden, dass eine Strecke nicht von unserem Pass abgedeckt wurde. Deswegen war es für uns im Endeffekt günstiger unsere Busse separat zu buchen. Aber das kommt ganz auf deine gewählte Reiseroute an.

Für weitere Informationen zum Willer Bus Pass, schau doch einfach mal auf deren Website nach. Du findest sie hier.

Per Anhalter fahren

Eine Variante um richtig Geld zu sparen ist das Fahren per Anhalter. Japan gilt als eines der sichersten Länder und die Einwohner Japans als unglaublich freundlich. Wer genug Zeit zur Verfügung hat, sollte dies unbedingt probieren. Wir legten während unserer Japanreise knapp 400 km per Anhalter zurück und es war eine super Erfahrung. Hätten wir mehr Zeit zur Verfügung gehabt, wären wir definitiv auch weitere Strecken per Anhalter gefahren. (Hier kannst du über unser Autostop-Abenteuer in Kazurabashi lesen)

Laufen

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Es klingt eigentlich selbstverständlich, oder? Je mehr man selbst läuft, desto weniger Transportkosten muss man zahlen. Besonders innerhalb der Städte kann man so jede Menge Geld sparen. Während unserer Zeit in Tokio und Osaka liefen wir jeden Tag um die 20km. Wenn das nächste Ziel nur 3 Metrostationen entfernt ist, lohnt es sich sehr auch einfach mal den Fußbus zu wählen. 😉

Essen

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Zunächst einmal: Das Essen in Japan ist nicht annähernd so teuer wie es in vielen Blogs dargestellt wird. Wir waren positiv überrascht, hatten wir doch unser Budget für ca. 5€ pro Mahlzeit pro Person ausgelegt. Aber auch hier kann man jede Menge Geld sparen.

Convenience Stores

7/11 und Co. findet man in Japan wirklich an jeder Ecke (und das ist wörtlich zu nehmen). Hier werden viele günstige Speisen angeboten. Zum Frühstück gibt es verschiedene Arten von Gebäck und Sandwiches. Selbst Obst findet man hier. (Leider scheint Obst in Japan unbezahlbar zu sein. Nur Bananen passten in unser Budget. Wassermelonen für 20€ das Stück waren hier keine Seltenheit) Für Mittag- und Abendessen findet man hier alle möglichen Arten von Gerichten. Einfach beim Bezahlen in die Mikrowelle schieben lassen und fertig. – Backpacker Heaven 😀

Günstige Restaurants

Wer genug von Convenience Stores und Mikrowellen hat, kann aber auch bei einem der vielen günstigen Restaurantketten essen. Meist findet man die Preise draußen auf einer Tafel. Viele Restaurants stellen in den Schaufenstern die Gerichte aus Plastik aus, damit man weiß, was man bestellt. Viele haben aber auch englische Menükarten. Man kann gut Gerichte um die 5€ finden. Meist sitzen hier viele Leute im Anzug, die in ihrer Mittagspause ein schnelles Mittagessen zu suchen. Die Qualität und Frische der Gerichte unterscheidet sich von Restaurant zu Restaurant, entspricht aber allgemein unserem westlichen Standard.

Wasser

Viel Trinken ist wichtig. Besonders wenn es so warm ist und du viel unterwegs bist. In Japan Geld für Wasser zu sparen, ist sehr einfach. Das Zauberwort lautet Leitungswasser. Das Leitungswasser im ganzen Land ist sehr sauber und hat, wie in Deutschland, Trinkwasserqualität. Also einfach Flasche auffüllen bevor man das Haus verlässt und fertig. Da das Trinkwasser in Japan nicht gerade günstig ist, ist das Leitungswasser eine echte Alternative, die einem jede Menge Geld spart.

Eintritt & Aktivitäten

Matsumoto castle vicki viaja

Bei den Eintrittskosten ist es wohl am schwierigsten Geld zu sparen. Viele Attraktionen bieten einen Studenten- oder Gruppenrabatt. Im Edo-Museum erhielten wir sogar einen Pärchenrabatt. Sonst kann man nur auf dem Blog seines Vertrauens nachschauen, ob die jeweilge Attraktion den Eintritt wirklich wert ist. (Denn einige Male waren sie es eindeutig nicht)

Unterkunft

Couchsurfing

couchsurfing japan

Hier heißt es Couchsurfen. Zwar ist Couchsurfing hier noch nicht ganz so beliebt wie bei uns in Europa. Aber man kann bereits in vielen Städten Couchsurfer finden. Wohingegen bei uns eher jüngere Leute dabei sind, findet man in Japan auch ältere Couchsurfer oder sogar ganze Familien. Für uns war alles dabei. Wir schliefen in Studentenwohnungen auf dem Boden oder bei Familien in einem eigenen Zimmer, lebten vier Tage im Couchsurfinghaus in Kyoto (ein ganzes Haus nur für Couchsurfer, unglaublich oder?!) und hatten in Hiroshima sogar eine ganze Wohnung für uns. Wenn man nun also den durchschnittlichen Preis unserer Unterkünfte pro Nacht ansieht und bedenkt, dass wir 21 Nächte bei Couchsurfern und Freunden verbracht haben, kann man errechnen, dass wir demnach rund 706,02€ für Unterkünften gespart haben.

Aber bitte sieh Couchsurfing nicht nur als eine Art Geld zu sparen. Jeden Tag bekomme ich Anfragen von Leuten, die einfach nur eine gratis Unterkunft suchen. Couchsurfing bietet viel mehr die Möglichkeit neue Leute anderer Kulturen zu treffen, sich mit ihnen auszutauschen und von ihnen zu lernen. Durch Couchsurfing hatten wir die Möglichkeit einen viel tieferen Einblick in die Japanische Kultur zu erhalten und dabei verschiedene Bereiche kennenzulernen. (Studentenleben, Familienleben, Leben als Auswanderer etc.) Es war eine unglaubliche Erfahrung, die man in keiner Reiseagentur buchen kann. Und ich kann dies nur jedem empfehlen.

Im Voraus buchen

Wir Deutschen sind bekannt dafür alles im Voraus zu planen und super organisiert zu sein. Meine Art zu Reisen ist normalerweise komplett anders. Ich reise gerne spontan und entscheide vor Ort, wohin es geht, wo ich schlafe und wie lange ich bleibe. In Japan lief das bei uns aber ein bisschen anders. Bereits zwei Monate vor Abreise stellten wir ein (Worst-Case-) Budget auf (ca. 1200€) und sammelten Informationen über alle Orte, die wir während unserer Japanreise besuchen wollten. Wir verglichen Preise für verschiedenste Transportarten, Unterkünfte und Aktivitäten und fassten alles in einer Exceltabelle zusammen. Bevor es losging hatten wir nun also einen genauen Plan mit all unseren Routen, Unterkünften und Preisen. So waren wir zwar nicht mehr so flexibel, aber wir konnten dadurch eine Menge Geld sparen. Und irgendwie ist es auch mal schön zu reisen und genau zu wissen, was einen am nächsten Ort erwartet.

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Für das Buchen von Unterkünften nutzten wir fast ausschließlich booking.com. Es ist super einfach zu nutzen und dank der vielen Bewertungen weiß man in der Regel auch, was da auf einen zukommt. Probiert es doch einfach mal aus. Finde Deine Unterkunft hier.

Flüge

Durch mein Studium und persönliche Erfahrungen konnte ich in den letzten Jahren einige Tricks sammeln um die günstigsten Flüge zu finden. Für unseren Flug von Barcelona nach Tokio (mit 13 Stunden Transit in Moskau. Darüber kannst du hier lesen) zahlten wir nur 288,89€. In Kürze werde ich einen Beitrag mit all meinen Tipps veröffentlichen, der einer Freundin dabei geholfen hat gut 200€ für ihren Flug zu sparen. Hier aber schon mal ein kleiner Tipp. In der Regel ist der Flug am günstigsten ca. 6 Wochen vor der Abreise (ausgenommen Frühbucher-Angebote) an einem Sonntsgabend oder Montagmorgen. Stellt euren Browser auf Inkognito-Modus, löscht eure Cookies und stellt die Sprache deutsch. (Häufig sind die Angebote je nach Airline für uns Deutschen günstiger, weil es einfach mehr Anbieter, also auch höhere Konkurrenz zwischen den Anbietern, gibt)

Beachte aber, dass dies nur eine allgemeine Information ist. Jede Airline hat ihren eigenen Algorithmus und besonders bei Low-Cost-Carriern gibt es häufig starke Abweichungen von der Regel.

Ich finde meine Flüge in der Regel mit Momondo.de

Einfach eine super Plattform, die mir immer den günstigsten Flug anzeigt. Probier es doch einfach mal aus. Dabei kannst du gerne auch andere Flugvergleichseiten testen und Preise vergleichen.

Sonstiges

Alkohol

Alkohol in Japan ist viel teurer als wir es aus Europa kennen. Wenn du also etwas trinken gehen möchtest, rechne damit, etwas mehr auszugeben. Günstiger wird es, wenn man eine Flasche Sake oder Bier im Supermarkt kauft und mit seinen Gastgebern oder im Park etwas trinkt. Aber wer all die Tipps und Tricks beachtet, um Geld während seiner Japanreise zu sparen, kann sich auch mal das ein oder andere Getränk ruhigen Gewissens gönnen. 😉 (Sake und japanischen Pflaumenwein (gemischt mit Mineralwasser) sollte man auf jeden Fall probiert haben)

Simkarte

Wer im fernen Japan unterwegs ist, möchte natürlich mobil bleiben. Aber schon am Flughafen wird klar, eine Simkarte und mobiles Internet gibt es nicht umsonst. Klar ist es praktisch immer Internet zu haben, egal, wo man sich gerade befindet. Unser Tipp: Unserer Erfahrung nach ist eine japanische Simkarte gar nicht nötig. Fast jeder Convenience-Store bietet freies Wifi für bis zu zwei Stunden am Tag. Außerdem findet man Wifi in den meisten Unterkünften, in vielen Metrostationen und in genügend Restaurants und Cafes. Es gibt also immer irgendwie eine Möglichkeit etwas nachzugooglen, Whatsapp zu checken oder ähnliches in ca. Fünf Minuten Umkreis. Die einfachste Möglichkeit, um dich mit dem freien Wifi zu verbinden ist die App Japan Connected-free Wi-Fi.

Falls es dir darum geht, eine GPS-Karte zu haben, um dich zu orientieren, probier einfach mal maps.me aus. Diese App funktioniert ähnlich wie ein Navi, aber offline. Super praktisch. Und sie hat uns einige Male echt gerettet!

Wir haben uns keine Simkarte gekauft und diese auch nicht vermisst.

 
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Über mich

Vicki

Hi, ich bin Vicki. Hier könnt Ihr mich und meinen Freund Eduardo begleiten auf unserem Weg durch die verschiedensten Länder und Wunder dieser Welt.

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