Wie uns in Ho Chi Minh 1 Mio. Dong gestohlen wurden – Betrugsversuche

Derzeit werden Betrugsversuche, sogenannte Scams, in Süd Ost Asien immer beliebter. Es gibt alle möglichen Varianten, wie einige Leute versuchen, den Ausländern das Geld aus der Tasche zu ziehen. 

Eine kleine Anmerkung jedoch zuerst. Vietnam ist ein tolles Land und wir haben wunderbare und ehrliche Leute überall getroffen. Lass es dir also nicht verderben, nur weil einige Leute das Vertrauen der Besucher ausnutzen. Solche Leute findet man genauso in meiner Wahlheimat Barcelona.

Hier nun also zwei Tricks, wie Taxifahrer versuchten, uns Geld zu stehlen und was du tun kannst, um dieses zu vermeiden.

Taxi vom Flughafen

Bereits bei unserer Ankunft in Ho Chi Minh Stadt versuchte man uns einige Extradollar abzuknöpfen. Eduardo erinnerte sich von seinem letztem Aufenthalt in Ho Chi Minh, dass der Bus die günstigste Variante war, um in die Innenstadt zu kommen. Trotdem hatten wir uns nach ungefähren Taxipreisen erkundigt, um nicht mehr als den Normalpreis zu bezahlen. Wir waren uns nämlich nicht sicher, ob noch Busse fuhren, da wir erst gegen 23 Uhr in Ho Chi Minh Stadt ankamen. Während wir also an der Bushaltestelle warteten, kam natürlich ein Taxifahrer an, um sein Glück mit uns zu versuchen. Er informierte uns darüber, dass zu dieser Zeit kein Bus mehr führe. Wir waren uns zwar nicht sicher, ob wir ihm das glauben konnten, aber der Gedanke daran, schnell ins Bett zu kommen nach dem langen Flug und vorher eine kalte Dusche zu nehmen, ohne zuerst unser Gepäck von der Bushaltestelle zu unserer Unterkunft zu tragen, war einfach zu verlockend.

Wir verhandelten also den Preis mit dem Taxifahrer, der im Internet empfohlen worden war. Er bat uns jedoch, ihn im Voraus zu bezahlen, damit er die Parkscheine bezahlen konnte (Ich weiß, das war schon mal sehr unklug von uns. Aber wie gesagt, wir wollten einfach nur ins Bett). Nachdem er den Angestellten im Aufseherhäuschen ein paar Scheine zugesteckt hatte, fuhr er weiter.

Plötzlich gab er uns aber viel weniger Wechselgeld, als vorher ausgemacht und bestand darauf, dass wir seine Parktickets bezahlen sollten. Ehrlich gesagt, konnte ich nicht genau erkennen, wie viel er bezahlt hatte, aber es sah nach deutlich weniger aus, als er uns plötzlich auf den verhandelten Preis aufschlagen wollte. Von Zusatzkosten für Parktickets war zuvor auch nie die Rede gewesen. 

Wir protestierten natürlich und forderten das Geld, das uns laut ausgemachten Preis zustand. Plötzlich drohte der Taxifahrer damit, uns zum Flughafen zurückzufahren, wenn wir nicht zufrieden sind. Also drehten wir wieder um. Und wir bekamen unser gesamtes Geld zurück. Damit hatten wir wirklich nicht gerechnet. 

In diesem Moment bog dann aber schon der nächste Bus um die Ecke und wir konnten endlich in die Innenstadt fahren.

Was hilft?

  • Bezahl nicht im Voraus, sondern erst, wenn du an deinem Zielort ankommst
  • Mach deinem Taxifahrer klar, dass du es nicht einsiehst einen anderen als den vereinbarten Preis zu zahlen
  • Droh im Notfall damit, die Polizei zu rufen. Die Polizei kennt die Spielchen einiger Taxifahrer bereits. Und diese legen es in der Regel nicht darauf an, mit der Polizei in Verbindung zu kommen

Vermeintlicher Helfer in der Not

Auch im nächsten Fall wurde unsere Naivität ausgenutzt, weil man sich manchmal einfach nichts Böses denkt.

An unserem zweiten Tag in Vietnam beschlossen wir einen kleinen Spaziergang durch die Stadt zu machen. Wie es in der Regenzeit in Süd Ost Asien halt so ist, schlug das Wetter plötzlich um und es begann furchtbar zu regnen. Monsunregen. Na super! Wir retteten uns in den nächst besten Eingang, der anscheinend zu einer Schule führte. Dort warteten wir, dass der Regen nachließe. Jedoch wurde der Regen immer stärker. Ein Mann, der auf einem Motorrad angefahren kam, gesellte sich zu uns und begann zu telefonieren. 

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Kurz nachdem wir uns im Eingang untergestellt hatten

Im Normalfall stört uns der Regen nicht so sehr. Jedoch hatten wir unsere Kamera dabei und waren uns nicht sicher, wie wasserdicht unser Rucksack war. Wir warteten also gut eine halbe Stunde. Doch der Regen wurde einfach nicht besser. Inzwischen wurde der Boden bereits vom Wasser überflutet und der starke Wind bließ immer mehr Wasser in unsere Richtung. 

Der Mann, der zuvor mit seinem Motorrad angekommen war, hatte inzwischen sein Telefonat beendet und sah genauso verzweifelt aus wie wir. Wir stellten uns weiter an den Eingang in der Hoffnung irgendwo am Horizont ein Stückchen blauen Himmel zu sehen, der auf uns zu kam. Leider nicht!

Der Mann fragte, wo wir hinwollten. Wir erklärten ihm, dass wir eigentlich nur spazieren gegangen waren, aber jetzt auf Grund des schlechten Wetters mit dem Gedanken spielten, ins nahegelegende Museum zu gehen bis sich der Regen gelegt hat. Er informierte uns, dass das Museum in 45 Minuten schließen würde. Jedoch betonte er mehr und mehr, dass wir uns bei diesem Wetter besser nur mit einem Taxi fortbewegen sollten. Auf Grund der schlechten Erfahrung, die wir zuvor mit dem Taxifahrer vom Flughafen gemacht hatten, lehnten wir jedoch ab. 

Das Wetter wurde und wurde jedoch nicht besser. Inzwischen, erklärte der Mann, würde ein Taxi kommen und ihn abholen. Ein Freund von ihm sei Taxifahrer. Plötzlich holte er einen Regenmantel aus seiner Tasche, den er anscheinend die ganze Zeit dabei gehabt hatte und zog diesen aber seltsamerweise nicht an. Kurz darauf hielt das Taxi vor dem Eingang an. 

Und so schnappt die Falle zu

Eduardo überlegte vielleicht könnten wir ja das Taxi teilen. So wird es günstiger und unsere Kamera kommt ohne Wasserschaden zurück. Spontan entschieden wir uns also mit dem Mann ins Taxi zu steigen. Nachdem sich die Taxitür hinter uns geschlossen hatte, sahen wir jedoch wie sich der Taxifahrer den Regenmantel überzog und mit dem Motorrad davonfuhr.

Was war das denn jetzt? Der Mann, der zuvor mit uns im Eingang gestanden hatte, setzte sich plötzlich hinter’s Steuer und begann loszufahren. Also war er jetzt unser Taxifahrer? Er nannte uns einen Preis, mit dem wir sofort zufrieden waren. (Wir waren noch an die hohen Preise in Japan gewöhnt) Als wir jedoch angekommen waren und bezahlen wollten, bemerkte er, dass er kein Wechselgeld hatte. Wir hatten jedoch nur die großen Scheine, die uns die Bank gegeben hatte. Was also tun?

Während ich noch unsicher mein Portmonee durchsuchte, ob ich nicht doch noch ein paar kleinere Scheine hatte, hatte sich der Taxifahrer schon meinen Stapel an Geldscheinen geschnappt und durchsuchte diesen nun selbst. Das ganze war mir sehr unangenehm. Er hatte die Scheine sehr schnell durchgesehen, festgestellt, dass wir es definitiv nicht passend hatten und beschloss uns einen Rabatt zu geben. Während wir ausstiegen und uns darüber freuten, nur 77 Cent für die Fahrt bezahlt zu haben, fuhr der Taxifahrer mit den 1 Million Dong (ca. 40 Euro) davon, die er sich blitzschnell aus meinem Geldstapel geschnappt hatte.

Das ganze fiel uns aber erst am nächsten Tag beim Wasserkaufen auf. Waren da nicht gestern noch zwei 500.000 Dong Scheine drin? Wofür hätten wir in einem so günstigen Land so viel Geld ausgeben sollen? Als wir ausrechneten, wie viel was wir bisher gekauft hatten, war dann klar, die beiden Scheine fehlten definitv. Da das Geld in Vietnam aber so groß ist (dementsprechend viele Scheine hat man dabei) war es nicht sofort offensichtlich, dass zwei Scheine fehlten.

Was hilft?

  • Zähl also gut dein Geld nach, jedes Mal, wenn du Rückgeld bekommst
  • Lass dir auf keinen Fall ins Portmonee greifen
  • Du kannst in der Regel auch mit US Dollar bezahlen, wenn dir die hohen Scheine zu unsicher sind

 

Betrugsversuche in Süd Ost Asien. Da passe ich besser auf

Über mich

Vicki

Hi, ich bin Vicki. Hier könnt Ihr mich und meinen Freund Eduardo begleiten auf unserem Weg durch die verschiedensten Länder und Wunder dieser Welt.

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