Mein Hotelpraktikum auf den Malediven

Ein Hotelpraktikum im Ausland ist der perfekte Weg ein neues Land kennen zu lernen und dabei Geld zu sparen, bzw. sogar welches dabei zu verdienen. In einem anderen Post habe ich bereits die generellen Vor-und Nachteile von Auslandspraktika zusammengefasst. Hier möchte ich Euch über meine persönlichen Erfahrungen berichten.

Wenn Ihr mehr auf Großstädte und asiatische Kultur steht, findet Ihr hier auch meinen Bericht über mein Hotelpraktikum in Peking.

Zu meinem Hotelpraktikum auf den Malediven

Zeitraum: drei Monate

Gefunden über: Agentur

Kosten: ca. 900€ (ohne Flug)

Vergütung: ca. 120€/Monat + Unterkunft, Verpflegung und medizinische Versorgung

Vorbereitungsphase meines Hotelpraktikums

Nachdem ich auf meine zahlreichen Bewerbungen keinerlei Antworten erhalten hatte und zuvor, wie beschrieben eine positive Erfahrung mit Praktikumsagenturen gemacht hatte, beschloss ich mir auch dieses Praktikum von einer Agentur organisieren zu lassen.

Die Agentur fand ich über meine Uni. Jedoch wurde mir erklärt, dass bereits noch keiner meiner Kommilitonen Erfahrungen mit dieser Agentur gemacht hatte, diese jedoch wohl aus dem Fernsehen bekannt sei.

Kurz nachdem ich eine Anfrage über mein Wunschpraktikum im Hotelmarketing gestellt hatte, erhielt ich auch schon einen Anruf von der Chefin persönlich und sie erzählte mir von eigenen Erfahrungen und beriet mich gut.

Jedoch fiel mir auf, dass sie zu versuchen schien, meinen Praktikumswunsch nach Dubai zu lenken.

Mein gewünschtes Marketingpraktikum war leider erst ab sechs Monaten möglich, jedoch wurde mir bestätigt, dass mir etwas Ähnliches gesucht würde.

Als auf dem Vertrag jedoch „Guest Relation“ stand, wurde ich stutzig und meldete mich bei der Agentur, die mir jedoch bestätigt, dass das in diesem Hotel nur so genannt wird, ich würde in einer „Sales-verwandten-Abteilung“ arbeiten.

Das Hotel brauchte häufig mehrere Wochen, um auf meine Emails zu antworten und die Agentur bat mich bei Anfragen in der Regel das Hotel selbst anzuschreiben.

Klappt es denn jetzt überhaupt noch mit meinem Hotelpraktikum?

Drei Wochen vor meiner Abreise jedoch bekam ich einen Anruf von der Agentur, dass mein Visum anscheinend vergessen wurde und sich vom Hotel niemand mehr meldete und es wurde berichtet, dass das vor Kurzem schon einmal vorgekommen war.

Und ohne zu fragen, ob das für mich überhaupt in Frage käme, wurde mir gesagt, ich solle der Agentur erneut meinen Lebenslauf zukommen lassen, damit man mir spontan ein Praktikum in Dubai suchen konnte.

Zwei Tage später kam dann aber doch die Antwort von den Malediven. Und 14 Tage vor meinem Abflug hatte ich auch endlich das Papier, das ich für meine Einreise benötigte.

In der Email wurde bestätigt, dass lediglich angegeben wurde, ich würde im Front Office arbeiten, um meine Einreise zu erleichtern, ich aber auf jeden Fall wie besprochen, mein Praktikum im Recreationteam absolvieren würde.

Ungefähr zehn Tage vor meinem Abflug jedoch bekam ich eine weitere Nachricht, dass es sich um ein Missverständnis handelte und ich mit einem anderen Praktikanten vertauscht wurde. Ich würde wie in den Papieren angegeben im Front Office arbeiten.

Darauf angesprochen, kam von der Agentur nur die unhöfliche Anwort zurück, dass sie mir nie ein Marketingpraktikum versprochen hätten und ich einfach keine Ahnung von Hotels hätte.

Vor Ort

Malediven

Von meinem ersten Tag an versuchte ich also in den Recreationbereich zu wechseln, da ich Angst hatte, dass mir ein Praktikum, das nur im Front Office absolviert würde am Ende wohlmöglich nicht anerkannt werden würde.

Die Mitarbeiter waren jedoch alle sehr nett und wenn es meine Arbeitszeiten zuließen durfte ich im Touristenrestaurant essen (sonst in der Mitarbeiterkantine).

Trotz einer 48-Stunden-Woche (6 Tage die Woche) hatte ich genug Zeit, um an den wundervollen weißen Sandstrand zu gehen und das traumhafte Wetter zu genießen.

Untergebracht war ich in einem Praktikantenzimmer, das ich mir mit 5 anderen Praktikantinnen teilte. (zwei davon waren Deutsche und eine Österreicherin)

Diese waren alle mit der gleichen Agentur gekommen und hatten alle vor ihrer Ankunft ähnliche Probleme mit dieser gehabt.

Eine der Praktikantinnen musste ihr Praktikum am Ende sogar um die Hälfte verkürzen, da ihr die von der Agentur versprochene Zeit zum Schreiben ihrer Bachelorarbeit fehlte.

Unsere Freizeit konnten wir in der Staffarea verbringen, die sich in der Mitte der Insel befand. Dazu gehörten ein kleiner Fitnessraum, ein Billardzimmer, ein Kiosk, ein kleines Restaurant, viele Tische und Sitzmöglichkeiten, sowie ein Raum mit Playstation und Karaokemaschine.

Außerdem fuhr dreimal täglich eine Mitarbeiterfähre nach Male und zurück, so dass man seinen freien Tag/Abend in Malé verbringen konnte, um einzukaufen oder etwas trinken zu gehen. (Außer natürlich Alkohol, der ist in Malé verboten)

Einmal im Monat fand ein Ausflug der jeweiligen Departments Recreation und Front Office statt, bei denen eine andere Insel besucht wurde, zusammen getrunken und gefeiert.

Die Arbeit

Malediven

Die Arbeit im Front Office war zunächst interessant, jedoch gab es nicht genug zu tun, da außer mir noch vier Auszubildende dort arbeiteten.

Bei Anreise Deutscher Gäste hatte ich jedoch häufig Vorrang und durfte den Check-In durchführen.

Im letzten Monat konnte ich dann endlich in das Recreationdeparment wechseln. Hier hatte man viel mehr zu tun.

Einmal am Tag begleitete man einen Ausflug und so hatte ich die Möglichkeit z.B. beim Islandhopping auch andere Inseln zu sehen.

Meine letzte Woche jedoch wurde ich plötzlich an der Rezeption des Fitnessstudios eingeteilt.

Hier saß ich also ganz alleine während meiner Schicht, nahm Anrufe an, verteilte Handtücher und Wasser an die wenigen Gäste, die sich bei den warmen Temperaturen in den Fitnessbereich verirrten.

Ich verbrachte die meiste Zeit mit dem Lernen von Vokabeln für meinen bevorstehenden Umzug nach Spanien.

Im Großen und Ganzen war meine Zeit auf den Malediven eine schöne Erfahrung und klar die Umgebung war traumhaft schön.

Jedoch war das Praktikum nicht so professionell wie ich es von einer solchen Agentur erwartet hätte.

Auch während meines Aufenthaltes bekam ich keinerlei Nachricht oder Nachfrage von Seiten dieser Agentur, ob alles in Ordnung sei, was mich sehr enttäuschte.

Wenn man aber das Praktikum macht, um günstig Zeit auf den Malediven verbringen zu können, kann ich es definitiv empfehlen.

Wenn es sich aber um ein Pflichtpraktikum handelt und man Erfahrungen für das spätere Arbeitsleben sammeln möchte, sollte man sich vielleicht lieber selbst um ein Praktikum bemühen und sich nicht auf eine (zumindest nicht auf diese eine) Agentur verlassen.

Über mich

Vicki

Hi, ich bin Vicki. Hier könnt Ihr mich und meinen Freund Eduardo begleiten auf unserem Weg durch die verschiedensten Länder und Wunder dieser Welt.

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Mein Hotelpraktikum auf den Malediven
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2 thoughts on Mein Hotelpraktikum auf den Malediven

  1. Siehst du, deshalb hättest ein Dubai Praktikum machen sollen. Urlaubsinseln sind schön, aber gearbeitet wird dort nicht so wie woanders.

    • Hallo Angelika,

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Meine Kollegen haben durchaus viel gearbeitet. Nur gab es einfach nicht genug arbeit, die ich als Praktikant erfüllen durfte. (Alles, was mit Geld zu tun hat ist nämlich dort für Praktikanten und Auszubildene nicht zugelassen). Ich denke, das wäre in Dubai nicht groß anders gewesen. Der einzige Unterschied wäre vielleicht gewesen, dass ich überhaupt nicht erst im Front-Office eingeteilt worden wäre. 😉

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