Auswandern nach Spanien, Spanische Flagge

Leben als Auswanderer in Spanien – Was dir niemand verrät

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Man sieht es ja ständig – sei es in Dokumentation wie Goodbye Deutschland oder in sonstigen Auswandererberichten. Immer mehr Menschen tauschen ihr gewohntes Leben in Deutschland gegen ein aufregendes Abenteuer im Ausland ein. Besonders viele Deutsche zieht es hierbei nach Spanien. Dort leben, wo andere Urlaub machen- klingt erstmal wie ein Traum.

Ich selbst habe Deutschland vor knapp 4 Jahren verlassen und lebe nun, nach einem dreimonatigen Praktikum auf den Malediven, in der Touristenmetropole Barcelona. Neben durchschnittlichen 270 Sonnentagen im Jahr gibt es jedoch auch Schattenseiten, die man so häufig gar nicht bedenkt, bevor man seine Koffer packt und in den warmen Süden auswandert.

Anmerkung der Autorin: Im Folgenden findest du ein paar Nachteile und Unterschiede am Leben in Spanien. Das heißt aber nicht, dass es nicht auch eine Menge Vorteile gibt. Die Vorteile, wie das Wetter, die Spanische Gelassenheit, das Essen etc. sind meist sehr offensichtlich, weswegen sie hier nicht aufgeführt werden.

Versteh mich also nicht falsch: Ich liebe es in Spanien zu leben und kann mir (zumindest im Moment) gar nicht vorstellen, nach Deutschland zurückzukehren.

Beachte außerdem, dass dies Erfahrungen aus meinen ersten Monaten in Spanien sind und diese typisch für das Leben in Barcelona sind. Falls du auf eine der Inseln oder in einen anderen Teil Spanien ziehst, sind deine Erfahrungen vielleicht ganz anders als meine.

Die Uhren laufen hier in Spanien anders

Wenn der durchschnittliche deutsche Wecker klingelt, dreht sich der Spanier noch einmal in Ruhe im Bett um. Die typischen spanischen Arbeitszeiten sind von 09-18 Uhr und beinhalten eine Stunde Mittagspause (hier lässt man sich halt gerne Zeit für ein ausgedehntes Mittagessen)

Dementsprechend findet auch das spanische Abendessen viel später statt als wir es aus Deutschland gewohnt sind. Dass Essen nach 18 Uhr dick machen soll, interessiert die Spanier nämlich nur wenig.

Gegessen wird hier meist zwischen 21 und 22 Uhr. Es hat mich ein paar Monate gekostet bis mein Magen und ich uns an die neuen Essenszeiten gewöhnt hatten. Meist war ich um 19 Uhr bereits so hungrig, dass ich mir schon vorher etwas zu essen gemacht habe. Auch mein Freund schaute ziemlich verdutzt als er an seinem ersten Arbeitstag nach meinem Einzug nach Feierabend nachhause kam und das Abendessen bereits auf dem Tisch stand. (Um 22 Uhr musste er sich erstmal ein Brot schmieren, weil er so frühes Essen einfach nicht gewohnt war)

Inzwischen haben wir uns auf 20.30 Uhr eingependelt, was trotzdem für Spanier noch recht früh ist. (Besonders wenn ich spontan von Freunden zum Abendessen eingeladen werde und fast immer bereits gegessen habe)

Deutsche Bürokratie ist ein Traum

Wie habe ich es gehasst- Für jeden Schritt, den man in Deutschland tätigt, gibt es mindestens drei Formulare auszufüllen und ein viertes Dokument, in dem alles Schritt für Schritt erklärt ist. Dafür ist Deutschland bekannt. Bei Unklarheiten kann man in der zuständigen Behörde nachfragen und auch sonst überall Auskunft bekommen.

Heute wünsche ich mir genau das. Als Grund für diesen Wunsch erzähle ich gerne die Geschichte von meiner Odyssee zum Erhalt der NIE.

Erwartet also auf keinen Fall, dass Angelegenheiten mit einem Behördengang geregelt werden und erkundigt euch am besten vorher bei Einheimischen, damit Ihr keinem Betrugsversuch zum Opfer fallt. (Meinem Kollegen z.B. wurde bei Eröffnung seines Bankkontos erklärt, dass dies nur mit Abschluss einer kostenpflichtigen Versicherung möglich ist. Außerdem müsse er bei Eröffnung des Kontos bereits mindestens 200 € einzahlen. Nur zwei Monate vorher hatte ich mein Konto bei der selben Bank eröffnet und musste weder Geld einzahlen, noch eine Versicherung abschließen)

Auch die Post ist kaum mit der Deutschen zu vergleichen. Jeden Tag bekommen wir Post von einem Haus einen Block weiter oder unseren Vormietern, die bereits vor mehr als drei Jahren ausgezogen sind. Doch statt die falsch zugestellten Briefe wieder mitzunehmen, landen diese immer wieder in unserem Briefkasten.

Auch ein Päckchen, das meine Mutter uns schickte, kam nie bei uns an. Auf Nachfrage bei der Post hatte der Postbote dieses an den Absender zurückschicken lassen, da ein anderer Name auf dem Briefkasten stand (auf unserem Briefkasten stehen aber definitiv unsere Namen) ohne eine Notiz zu hinterlassen oder uns irgendwie zu benachrichtigen.

Update 2019: Eine neue Odyssee hat für mich begonnen. Nachdem wir fast unsere Hochzeit verschieben mussten, weil das Spanische Standesamt 5 Monate brauchte, um uns ein bestimmtes Dokument auszustellen (Zum Vergleich: Das Deutsche Standesamt brauchte 5 Minuten für das gleiche Dokument), habe ich nun einen neuen Nachnamen und darf alle meine Ausweise, Versicherung, Konten etc. auf meinen neuen Namen umschreiben lassen. Juhu!

Spanisch ist nicht gleich Spanisch

Nachdem ich zwei Jahre lang einen Spanischkurs an meiner Uni besucht hatte, bildete ich mir ein, mich in Spanien verständlich machen zu können. Davon abgesehen, dass in meinem Spanischunterricht nie auf unsere Aussprache geachtet wurde, die sich als hier jedoch als wichtiger Punkt herausstellte, sprechen die Spanier unglaublich schnell und laut.

Wohingegen mir in Deutschland beigebracht wurde, ich solle in der Öffentlichkeit nicht so laut sprechen, da andere Leute die Gespräche nicht mithören brauchen, gehe ich hier in Spanien in Gesprächen oft unter. Bei katalanischen Gesprächen denke ich immer noch häufig, dass es sich um einen Streit handelt, da sich die Personen oft gegenseitig anschreien. Besonders in Restaurants und Bars muss man eben noch lauter sprechen als die anderen, um sich gegenseitig verstehen zu können.

Kommt man jedoch als Spanisch-Anfänger nach Spanien ist es häufig sehr schwer, sich an Konversationen in Gruppen zu beteiligen und sich gegen die unglaublich schnell- und lautsprechenden Spanier durchzusetzen. Deswegen ist es empfehlenswert, Gespräche in kleinen Gruppen oder mit Einzelpersonen zu führen oder sich einen sogenannten Tandem-Partner zu suchen.

Ich treffe mich z.B. regelmäßig mit jemandem, der Deutsch lernt. So können wir uns gegenseitig beim Lernen helfen und üben Gespräche zu führen, so wie sie ein Muttersprachler führen würde.

Hier in Barcelona kommt erschwerend hinzu, dass die Hauptsprache Katalanisch ist. Viele Supermärkte haben ihre Preise und Informationen ausschließlich auf Katalanisch und viele Gespräche finden auf Katalanisch statt. Da ist es immer wieder praktisch, wenn man wie ich einen katalanischen Freund zum Übersetzen hat.

Update 2019: Inzwischen spreche ich fließend Spanisch und kann mich auch ohne Probleme verständigen. Jeder Anfang ist schwer, jedoch hat sich das Üben in den letzten Jahren wahrhaftig gelohnt.

Sonntagsfahrer in Spanien die ganze Woche lang

Der Süden ist berühmtberüchtigt für seinen chaotischen Verkehr. Und ja, leider bleibt es hier nicht nur bei einem Gerücht.

In Deutschland habe ich das Autofahren geliebt. Hier traue ich mich (noch) nicht hinters Steuer. Wenn ich mit meinem Freund auf seiner Vespa unterwegs bin, habe ich schon so einiges gesehen und das Hupen der Fahrzeuge wird zum ständigen Begleiter auf jedem Weg.

Ich selbst bin meist auf dem Rad unterwegs. Barcelona hat Fahrradstationen an jeder Ecke, die man mit einer Bicingkarte gratis nutzen kann, sofern man nicht länger als 30 Minuten unterwegs ist. Eine super praktische Möglichkeit das Fahrrad zu nutzen, da die meisten Wohnungen in Barcelona keine Chance bieten, ein Fahrrad abzustellen, es sei denn im eigenen Wohnzimmer.

Oft jedoch sind die Fahrradstationen leer oder voll, d.h. entweder man bekommt kein Fahrrad oder man muss warten bis jemand kommt, um ein Fahrrad zu holen, bevor man seines wieder abgeben kann.

Außerdem ist Barcelona nicht wirklich auf Fahrräder ausgelegt. Fährt man auf der Straße wird man von Autofahrern angehupt oder angeschrien, fährt man jedoch auf dem Fußweg sind es die Fußgänger, die sich beschweren.

Aber selbst zu Fuß kann es gefährlich sein. Davon abgesehen, dass die roten Fußgängerampeln meist ignoriert werden, sofern kein Auto kommt, springt die Verkehrsampel in der Regel sofort von rot auf grün um. Die Fahrzeuge geben also schon Gas sobald die Fußgängerampel auf rot umspringt. Befindet man sich noch auf der Straße (viele Grünphasen sind nämlich extrem kurz) heißt es den restlichen Weg rennen.

Anmerkung der Autorin: Dies wird meist nur zu einem Problem, wenn du in einer Großstadt wie Barcelona wohnst. In kleineren Orten, ist der Straßenverkehr weit weniger chaotisch.

Update 2019: Inzwischen werden auf immer mehr Straßen Fahrradwege angelegt, was das Fahrradfahren um einiges einfacher und vor allem sicherer macht.

Günstig, aber anders

Das erste, was nach einem Einkauf in einem spanischen Supermarkt auffällt, ist, dass man viel weniger ausgegeben hat als in einem deutschen Supermarkt.

Besonders die Obst- und Gemüsepreise liegen meist Welten von denen in Deutschland entfernt. Oft schmeckt das Obst außerdem frischer und saftiger. Am auffälligsten waren für mich die Preise von Mandarinen im Dezember und Januar. Hier kann man ein ganzes Netz Mandarinen schon für weniger als einen Euro erhalten.

Wenn man jedoch etwas Bestimmtes sucht, das man aus Deutschland gewohnt ist, sind die Chancen hoch, dass man es im normalen Supermarkt nicht finden wird. Besonders als ich meinem Freund zu seinem Geburtstag eine Torte backen wollte, musste ich viele Rezepte streichen: Kein Sahnesteif, kein Schmand, kein Vanillepuddingpulver. Möchte man jedoch eine Paella kochen findet man natürlich alles, was man dafür braucht in 5-facher Ausführung.

Ein kleiner Tipp jedoch: Häufig hilft es im Supermarkt von el Corte Inglés zu schauen. Meist zahlt man zwar etwas mehr, dafür findet man oft aber auch, was man sucht. Auch kann es helfen in Facebook-Auswanderer-Gruppen zu fragen – man ist häufig nämlich nicht allein mit seinem Problem. 😉

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Die AutorinVicki

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