Von Battambang nach Siem Reap mit dem Boot auf dem Tonle Sap

Nach knapp drei Wochen im wunderschönen Kambodscha sollte es nun endlich nach Siem Reap gehen, die beliebteste Destination im Land und weltweit berühmt für seine Tempelruinen von Angkor. Das kann auf unserer Reise also nicht fehlen. 

Von Battambang gibt es verschiedene Möglichkeiten nach Siem Reap zu gelangen. Die wohl zeitintensivste und teuerste ist das Boot. Warum also sollte sich jemand für eine Bootsreise entscheiden? Dazu komme ich gleich. Erst einmal möchte ich dir die möglichen Alternativen vorstellen.

Von Battambang nach Siem Reap – Welche Möglichkeiten gibt es?

Mit dem Bus oder Minibus

Kosten: ca. $6-$9
Dauer: ca. 3-4 Stunden

Vorteil: Man ist deutlich schneller am Ziel als mit dem Boot und vor Wind und Wetter geschützt.
Man kann zwischen verschiedenen Anbietern wählen, so wie zwischen Standards (z.B. VIP Bus).

Nachteil: Die Qualität vieler Busse und Straßen schneidet im Vergleich zum Nachbarn Thailand nicht wirklich gut ab. Es kann also ruckelig werden.

Mit dem Boot

Kosten: ca. $20
Dauer: 7-10 Stunden

Vorteil: Man hat den Ausblick auf eine wunderschöne Landschaft, einen kleinen Einblick in das “echte Leben in Kambodscha“ und spart Geld für eine Tour, da man die treibenden Dörfer auf seinem Weg durchkreuzt.

Nachteil: Zeit- und Kostenintensiv, bei Regen kann es außerdem nass und schaukelig werden

Mit dem Taxi

Kosten: $40 – $50
Dauer: 2-3 Stunden

Vorteil: Schnellste und komfortableste Möglichkeit. Reise von Tür zu Tür. Keine lauten oder übelriechende Mitreisende.

Nachteil: Mit Abstand die teuerste Variante.

Mit dem Boot von Battambang nach Siem Reap

Anmerkung der Autorin: Wer keinen Zwischenstop in Battambang eingeplant hat: Man kann Siem Reap auch mit dem Boot von der Hauptstadt Phnom Penh aus erreichen.

Nachdem du nun alle Möglichkeiten kennst, möchte ich dir gerne mehr über die Bootstour von Battambang nach Siem Reap erzählen.
Zuallererst, wer bereits andere Berichte von mir gelesen hat, die annähernd mit Booten zu tun haben, hat vielleicht schon herausgelesen: Ich bin nicht gerade ein Fan von Bootsfahrten! Und trotzdem empfehle ich jedem diese Fahrt mit dem Boot.
Nachdem ich auf den Malediven festgestellt habe, dass ich zur Seekrankheit neige, ist Bootfahren für mich in der Regel definitiv nicht die erste Option.
Nun sind wir aber zu zweit unterwegs und Eduardo wollte unbedingt mit dem Boot nach Siem Reap. Und obwohl ich mir eindeutig besseres vorstellen konnte als bis zu 10 Stunden auf einem Boot zu verbringen, überzeugte mich dann doch die Meinung anderer Reisender, die uns diese Fahrt ausdrücklich empfohlen hatten.

Die Fahrt

boot von battambang nach siem reap tonle sap

In aller Frühe ging es also los. Der Preis von knapp $20 Dollar (wir hatten es geschafft, unsere Tickets für $18 Dollar zu kaufen) umfasst die Abholung von der Unterkunft zum Pier.
Wie wir es bereits gewohnt waren, war unser Tuk Tuk spät dran (Abholen wollte er uns um 06.30 Uhr, jedoch kam er ganz gelassen um 06.50 Uhr an unserer Unterkunft an) und wir waren die letzten, die am Pier eintrudelten. Gerade noch rechtzeitig um mit den anderen Gästen ins Boot zu steigen.
Die Gruppe, die mit uns fuhr, war eine ausgewogene Mischung aus Touristen und Einheimischen.
Nachdem endlich alle Gäste einen Platz gefunden hatten, konnte es auch schon losgehen.
Wir hatten Glück diese Fahrt in der Regenzeit zu unternehmen, da der Tonle Sap mit viel Wasser gefüllt war.


Fun fact: Während der Regenzeit kann sich der Tonle Sap auf das bis zu 13 fache seiner Größe ausbreiten. Unglaublich, oder?


Dementsprechend ist man während der Regenzeit einfach schneller unterwegs. Im Endeffekt dauerte die Fahrt für uns nämlich nur knapp 7 Stunden.
Aber wieder zurück an den Anfang.

Welcher Sitzplatz im Boot ist der beste?

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Wir schnappten uns gleich die letzten Sitzplätze ganz hinten, da diese den Vorteil haben, dass man sich an der Wand anlehnen kann.
Jedoch erkannten wir den größten Nachteil, als der Motor direkt hinter uns angeschmissen wurde: es ist einfach unglaublich laut.
Den zweiten Nachteil entdeckten wir als der erste Gast die Toilette im Boot aufsuchte. Man muss einfach jedes mal aufstehen wenn jemand die Tür öffnen möchte, da man direkt neben der Tür sitzt.

Es gibt auch die Möglichkeit auf dem Dach zu sitzen. Vorteil ist, dass man durch den Fahrtwind besser gekühlt wird und außerdem einen wunderschönen Ausblick auf den Tonle Sap und die schwimmenden Dörfer und Märkte hat. Jedoch sollte man auch bedenken, dass man sich hier sehr leicht einen Sonnenbrand holen kann.

Sonnencreme sollte man aber benutzen, wo auch immer man sitzt oder die Plastikvorhänge herunterlassen. Jedoch hat man so eingeschränkte Sicht auf die wunderschöne Umgebung.

Ich denke die besten Sitzplätze sind also irgendwo in der Mitte.

Zeit für eine Pause

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Bei so einer langen Fahrt wird natürlich auch ein Zwischenstopp zum Essen eingelegt. Für uns fand dieser nach knapp 3 Stunden statt. Es wird in einem kleinen Restaurant gehalten. (In Kambodscha isst man halt schon zwischen 10.30 und 11 Uhr zu Mittag) Die Getränke sind hier deutlich teurer als in anderen Geschäften oder Supermärkten, also am besten vorsorgen und mehrere Flaschen Wasser dabei haben. Das Essen ist gut und nicht so extrem überteuert, aber vielleicht nicht für jeden das Richtige. Wer sich nicht an das Kambodschanische Streetfood wagt, wird hier wahrscheinlich auch nichts passendes finden. Also am besten auch hier mit einem großen Frühstück und ausreichend Snacks vorsorgen.


Die Toilette hatte allerdings keine Tür (ich weiß jedoch nicht, ob das eine vorübergehende Lösung war oder allgemein so ist), und war nur eine Hocktoilette, an die man sich aber, wenn man in Südostasien unterwegs ist, wahrscheinlich schon gewöhnt hat.
Die Toilette (wenn man das überhaupt Toilette nennen kann) auf dem Boot selbst, die eigentlich nicht viel mehr als ein Loch in der Wand ist, durch das alles nach draußen in den See fließen kann, ist aber auch nicht viel besser. Also entscheide selbst, was für dich das kleinere Übel ist 😉

Weiter geht’s auf dem Tonle Sap

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Nach kurzer Zeit geht es dann durch die Wasserpflanzen, auf einer Art Straße, die in den Tonle Sap übergeht. Ein unglaubliches Schauspiel. Und auf dem Tonle Sap hat man sogar das Gefühl auf dem Meer zu sein. Überall wo man hinsieht Wasser. (Ich habe gehört in der Hochsaison sieht das etwas anders aus)

Floating village I Tonle Sap I Siem Reap I Cambodia

Immer wieder tauchen auf dem Fluss kleine Dörfer auf. Die Häuser schwimmen quasi auf dem Wasser (daher logischerweise auch der Name schwimmende Dörfer). Jedoch stehen sie auf langen Stämmen fest im Boden verankert. In jedem der Dörfer erreichen uns kleine Boote, die entweder Snacks verkaufen möchten oder einen der lokalen Reisenden aus unserem Boot abholen.

Die Schwimmenden Dörfer des Tonle Sap (Floating Villages)

Floating village I Cambodia

Während man in Siem Reap Tickets für viele stark überteuerte Touren in die Schwimmenden Dörfer kaufen kann, hat man hier bereits einen super Einblick ins Leben der Bewohner der schwimmenden Dörfer. Und das ohne Zusatzkosten.

Außerdem haben die Agenturen, die diese Ausflüge anbieten in der Regel Verträge mit bestimmten Restaurants und Geschäften, in welche die Reisenden gebracht werden. Wer einen Blick in Tripadvisor wirft, wird feststellen, dass diese Touren nicht gerade vielversprechend sind.

Floating village I tonle sap I Cambodia I siem reap

Ganz anders auf unserer Reise. Kinder winkten uns freudig zu und auch Erwachsene versuchten häufig einen Blick in unser Boot zu erhaschen. Es war ein schönes Erlebnis und die Bewohner schienen sich nicht an uns zu stören. Im Endeffekt waren wir ja auch nicht viel mehr als quasi ein Bus, der durchfährt.
Es ist unglaublich unter welchen Umständen die Menschen hier leben. Die meisten haben nicht einmal fließend Wasser und nutzen den Fluss, um sich und ihre Wäsche zu waschen. Und trotz allem haben alle irgendwie ein Lächeln im Gesicht.
Dennoch lässt einen diese Erfahrung erkennen, wie gut wir es Zuhause eigentlich haben und dies, wenn auch nur für einen Augenblick, wirklich schätzen.

Floating village Cambodia tonle sap

Während wir uns wieder von den Schwimmenden Dörfern entfernten, kamen uns auch schon die ersten Ausflugsboote entgegen. Voll von lauter Musik und kreischenden chinesischen Touristen. Da wollte man sich wirklich nicht an Board befinden.

Ankommen in Siem Reap

Nach knapp sieben Stunden haben wir es dann endlich geschafft. Es ist fast wie Urlaub für die Ohren, wenn der Motor endlich aus ist. Und obwohl ich nicht sehkrank geworden bin, war ich doch überglücklich, das Boot endlich wieder verlassen zu können. Trotzdem war ich glücklich, dass Eduardo mich von diesem Trip überzeugt hatte. Ich möchte diese Erfahrung nicht missen.

Wie kommt man in die Stadt?

Sicherlich geht es nun für dich weiter nach Siem Reap. Hier haben jedoch alle Tuktuk Fahrer Verträge und gehören einer Vereinigung an. Das heißt Verhandeln ist hier leider nicht möglich. Versuch dich also spätestes beim Aussteigen mit anderen zusammenzuschließen, da es zumindest ab vier Personen günstiger wird. Willkommen in der tourismusreichsten Region Kambodschas!

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Über mich

Vicki

Hi, ich bin Vicki. Hier könnt Ihr mich und meinen Freund Eduardo begleiten auf unserem Weg durch die verschiedensten Länder und Wunder dieser Welt.

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