Weihnachten in Spanien – Die interessantesten Bräuche und Traditionen

Auf den ersten Blick mag Weihnachten in Spanien gar nicht mal so anders aussehen als das Weihnachtsfest, wie wir es aus Deutschland kennen. Wer genauer hinschaut kann jedoch eine Menge Unterschiede und viele sowohl für uns unbekannte als auch interessante Traditionen und Bräuche erkennen. Wer in Spanien Weihnachten verbringen möchte, sollte folgende Bräuche und Traditionen kennen.

Weihnachten in Spanien – Die Vorweihnachtszeit

Während Deutsche Kinder am 01. Dezember das erste Türchen am Adventskalender öffnen, müssen sich Spanische Kinder noch etwas gedulden. Die Spanische Weihnachtszeit beginnt nämlich offiziell am 08. Dezember, am La Inmaculada Concepción (Tag der unbefleckten Empfängnis), welcher in Spanien übrigens ein Feiertag ist. Hier empfiehlt es sich einen Brückentag frei zu nehmen, denn der 06. Dezember ist ebenfalls ein Feiertag.

Spanische Weihnachtsmärkte

Wer auf der Suche nach traditionellen Weihnachtsmärkten ist, wie wir sie aus Mittel- und Nordeuropa kennen, wird höchstwahrscheinlich enttäuscht. Während einige Spanische Städte in den letzten Jahren versuchen sich dem nördlichen Vorbild anzupassen, sind die meisten Weihnachtsmärkte eher weniger weihnachtlich.

Meist werden nur Souvenirs oder Weihnachtsdekoration verkauft. Einen heißen Glühwein sucht man jedoch in der Regel vergeblich.

El Gordo – Der Dicke

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Nein, damit ist nicht der Weihnachtsmann gemeint, sondern der Gewinn der alljährlichen Spanischen Weihnachtslotterie. Diese kann auf eine Geschichte von knapp 200 Jahren zurückblicken und ist noch immer beliebt wie eh und je. Am 22. Dezember werden dann endlich die Gewinnerlose verkündet. Wer würde denn nicht gerne Weihnachten als frischgebackener Millionär feiern?

Heiligabend – Noche Buena

Heilig Abend, Weihnachtsessen in Spanien

Während Heiligabend bei uns in Deutschland in der Regel der Abend der Bescherung ist, müssen sich viele Spanische Kinder noch bis zum 06. Januar gedulden. Heute wird sich jedoch bereits mit der Familie getroffen und zusammen gegessen. Während sich die ältere Generation dann für die Mitternachtsmesse, welche auch Misa del Gallo (Messe des Hahns) genannt wird, trifft sich die jüngere Generation häufig noch draußen mit Freunden.

Weihnachten

Der 25. Dezember wird dann in der Regel mit der ganzen Familie verbracht. Es gibt ein riesiges Essen und viel zu trinken – ähnlich wie bei uns in Deutschland.

Heilige Drei Könige

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Während wir in Deutschland am 06. Januar häufig schon wieder fleißig bei der Arbeit sind und Weihnachten schon fast vergessen haben, wird in Spanien noch einmal gefeiert. Jetzt bekommen die Spanischen Kinder auch endlich ihre lang ersehnten Geschenke.

Erst einmal gibt es jedoch ein großes Frühstück – traditionell mit frischen Churros und heißer Schokolade. Später geht es süß weiter mit dem sogenannten Rosco de Reyes. Dies ist ein Kuchen, in dem eine Bohne und eine kleine Statue versteckt sind. Wer die kleine Statue findet, darf für den Rest des Tages eine Krone tragen. Falls du jedoch das Stück mit der Bohne bekommst, musst du leider die Rechnung bezahlen.

Spanische Köstlichkeiten zu Weihnachten

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Wie könnte ich über Spanische Weihnachten sprechen ohne dabei Turron zu erwähnen? Wenn bei uns ab Ende August bereits Dominosteine und Spekulatius die Supermarktregale füllen, werden in Spanien die ersten Turrons ausgepackt. Turron ist eine Art weißes Nougat, jedoch inzwischen in allen möglichen Sorten erhältlich und jede einzelne davon super lecker. Ohne könnte ich mir Weihnachten gar nicht mehr vorstellen.

Wie auch in Deutschland essen die Spanier in der Weihnachtszeit gerne Marzipan, welches hier jedoch Mazapán genannt wird.

Die Andalusier im Süden des Landes können nicht ohne ihr Polvorón. Es handelt sich dabei um eine Art Schmalzgepäck, welches schnell in alle Einzelteile zerkrümelt – daher auch der Name: Polvorón (Von polvo – Pulver oder Staub).

Katalanische Weihnachtstraditionen – Die wahrscheinlich bizarrste Tradition weltweit

Natürlich finden die eben aufgeführten Spanischen Weihnachtstraditionen auch in Katalonien statt. Jedoch gibt es eine ganz bestimmte, die im Rest Spaniens eher weniger üblich ist – der Tió de Nadal (Weihnachtsholzklotz) oder auch Cagatió (wörtlich: Scheißender Holzklotz). Einem Baumstamm, der auf vier Beinen steht, wird ein lachendes Gesicht aufgemalt und eine Mütze aufgesetzt. Anschließend wird er mit einer Decke zugedeckt, damit er nicht friert – ach wie lieb! Von 08. Dezember an, wird er nun von den Katalanischen Kindern liebevoll mit Obst „gefüttert“. Klingt ja erst mal noch total süß und unschuldig.

Am Heiligen Abend jedoch schlagen die Kinder mit Holzstöcken auf diesen ein, während sie ein bestimmtes Katalanisches Lied singen. Unter der Decke ziehen die Eltern anschließend Süßigkeiten hervor, die der arme Holzklotz während seiner Prügelattacke „ausgeschieden“ hat. – Was für eine schöne Weihnachtstradition.

Hör dir doch auch mal das süße Lied an, welches die Kinder singen, während sie auf den Holzklotz einschlagen.

Hast du Weihnachten auch schon einmal in Spanien verbracht? Welches ist deine Lieblingstradition? Lass es mich in den Kommentaren unten wissen!

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Vicki

Hi, ich bin Vicki. Hier könnt Ihr mich und meinen Freund Eduardo begleiten auf unserem Weg durch die verschiedensten Länder und Wunder dieser Welt.

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